29.05.2009
Hoffnung bei Tinnitus und Schwerhörigkeit
80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Rostock beschäftigt sich mit Tinnitus und Schwerhörigkeit im Alter.
Besonders einseitig taube Tinnitus-Patienten leiden unter dem Geräusch, weil der Tinnitus nicht überdeckt werden könne. Es mache sie "fast wahnsinnig", so Professor Dr. Roland Laszig, Direktor des HNO-Universitätsklinikums in Freiburg. Mit einem Cochlea-Implantat könnten die Patienten wieder hören und das Klingeln sei auch weg, heißt es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft.
Auch bei Schwerhörigkeit, bei der keine andere Therapie mehr greife, leiste neuerdings ein teilimplantierbares Hörgerät Soforthilfe. Das Mini-Implantat mit einem Durchmesser von nur zwei Millimetern könne per Mikrochirurgie implantiert werden.
Einigkeit herrschte unter den 2.000 Experten in Rostock, dass sich Schwerhörigkeit im Alter zu einem großen Gesundheitsthema entwickeln werde. "Wir erwarten in Zukunft eine starke Zunahme der Schwerhörigkeit", so Professor Dr. Hans-Wilhelm Pau, Direktor der HNO-Klinik der Universität Rostock. Durch steten Lärmkonsum mit High-Tech-Musikgeräten wie MP-3-Playern seien die heute 20-Jährigen die Schwerhörigen von morgen, heißt es im Kongressbericht. Aktuell lägen digitale Hörgeräte zwar im Trend, aber viele Senioren scheuten aus Unwissenheit noch immer den Griff zur Hörhilfe. "Mit Hörgeräten muss man frühzeitig anfangen, sobald das Hörvermögen nachlässt!", warnt Professor Pau.
Quelle: www.hno.org