Scheußlich-schmerzhaft: die Mittelohrentzündung

Plötzlich ist er da: Ein stechender, pulsierender Schmerz. Ein Druckgefühl im Ohr. An gutes Hören ist nicht mehr zu denken. Es hat uns erwischt – eine Mittelohrentzündung.

Gerade in Herbst und Winter haben Mittelohrentzündungen Hochsaison. Auslöser dafür sind oft Erkältungskrankheiten wie ein Schnupfen. Da das Mittelohr und der Nasen-Rachenraum über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) miteinander verbunden sind, können Krankheitserreger leicht vom Nasen-Rachenraum ins Ohr gelangen.

Kleinkinder leiden besonders

Besonders Kleinkinder leiden darunter. Bei ihnen die Verbindung zwischen Nasen-Rachenraum und Mittelohr ist noch kürzer als bei Erwachsenen. Wenn die Ohrtrompete zudem durch eine Erkältung anschwillt, wird das Ohr nicht mehr richtig belüftet. Dies begünstigt zudem eine Mittelohrentzündung.

Regelmäßig Nase putzen

Wenn ein Schnupfen und eine Mittelohrentzündung zusammenkommen, sollte man daher unbedingt regelmäßig die Nase putzen. Allerdings sollte man sich nicht zu kräftig schnäuzen. Ansonsten könnte es zu einem ungeplanten Druckausgleich kommen. Keime können so zusätzlich aktiv ins Mittelohr verschleppt werden. Babys muss man nicht die Nase putzen. „Wenn sich zu viel Schleim bildet, kann dieser auch nach hinten verschluckt werden. Das ist bei Babys sicher ein Mechanismus der natürlichen Nasenreinigung“, sagt Prof. Anke Lesinski-Schiedat, ärztliche Leiterin des Deutschen Hörzentrums an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Auf alle Fälle zum Arzt

Zum Arzt sollte man auf alle Fälle gehen. Bei einer bakteriellen Mittelohrentzündung kann beispielsweise ein Antibiotikum helfen. Ansonsten tut Patienten meist Wärme gut. Das warme Licht einer Rotlichtlampe empfinden viele Menschen als angenehm und schmerzlindernd. Es kann aber auch eine Entzündung befeuern. Daher kommt es immer auf den Einzelfall an. Es gibt auch Patienten, die Kälte mögen. Vorteil bei Wärme: Aufgestaute Sekrete verflüssigen sich und fließen leichter ab. Auch Inhalieren kann zur Schmerzlinderung beitragen.

Nasensprays helfen

Bei einer bereits bestehenden Erkältung sollte man frühzeitig Nasensprays oder Nasentropfen verwenden. Allerdings sollten die meisten Präparate nicht länger als eine Woche genommen werden. Die Schleimhäute gewöhnen sich an die Produkte und schwellen dann nicht mehr so leicht ab. Lässt man das Spray nach einer Gewöhnung weg, können die Schleimhäute sogar anschwellen und einen „Dauerschnupfen“ auslösen. Zudem können die Schleimhäute bei dauerhaftem Gebrauch austrocknen und nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck – ihre Abwehrfunktion – erfüllen.

Erkältungen vorbeugen

Um eine Mittelohrentzündung zu vermeiden,Sch sollte man bewusst auch Erkältungen vorbeugen – also eine Mütze aufsetzen und auf warmes Schuhwerk achten. Erkältete Kinder sollten auf keinen Fall Schwimmen gehen oder mit nassen oder feuchten Haaren in Zugluft oder Kälte geraten.

Eine Mittelohrentzündung kann chronisch werden und zu einem Hörverlust führen. Dies kann ein Hals-Nasen-Ohrenarzt bei einer Untersuchung feststellen, eventuell wird dabei auch ein Röntgenbild gemacht.

 

Symptome:

  • Stechender Schmerz
  • Druckgefühl
  • Schlechteres Hören
  • Fieber
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Kopfschmerzen

Diagnose:

  • Trommelfell gerötet
  • Wässriger Erguss
  • Hörtest
  • Untersuchung der Nebenhöhlen

Behandlung:

  • Antibiotikum
  • Wärme
  • Nasenspray/Nasentropfen