Umtausch von Weihnachtsgeschenken.

Weihnachtsgeschenke einfach umtauschen?

Noch zwei Wochen bis Weihnachten: Die Innenstädte sind voll, der Onlinehandel brummt. Geschenke müssen her. Aber: Je näher Weihnachten rückt, desto größer werden oftmals Verzweiflungskäufe. Doch was ist, wenn das Geschenk nicht gefällt? Ein Umtausch ist nicht immer einfach. Daher sollte man schon vor dem Kauf genauso wie beim Verschenken von Gutscheinen Einiges beachten.

Umtausch – gar nicht so einfach

Umtausch ist nicht gleich Umtausch. Es gibt einige Unterschiede zwischen Waren, die man im Internet kauft, und Waren, die man im so genannten stationären Handel, also in einem Laden persönlich erwirbt. Das liegt daran, dass man in einem Laden die Qualität der Ware selbst prüfen kann. Man kann sie nicht nur sehen, sondern auch befühlen oder riechen. Einen Pullover kann man im stationären Handel beispielsweise anprobieren; die Qualität befühlen. Das kann man im Internet nicht. Dort bekommt man lediglich ein Foto von der Ware gezeigt und die Materialzusammensetzung als Text geliefert. Aus diesem Grund gilt unterschiedliches Recht.

Kauf vor Ort

Wer eine Ware bei einem Händler vor Ort kauft und die Möglichkeit hatte, die Ware vor dem Kauf zu prüfen, der hat keinen Anspruch auf einen Umtausch der Ware. Es sei denn, die Ware war beim Kauf mangelhaft. Ein Beispiel: Man kauft einen Pullover und stellt Zuhause beim Auspacken fest, dass dieser im Gewebe eine Laufmasche hat. In einem solchen Fall ist der Händler zur Nacherfüllung verpflichtet. Was heißt das?

Mangel beheben

Das heißt, er muss den Mangel beheben, also für einen einwandfreien Pullover sorgen. Kann er den Fehler nicht beheben, dann wird er das mangelhafte Teil gegen ein einwandfreies Stück austauschen. Die Regelung Alt gegen Neu, Fehlerhaft gegen Intakt ist rechtskonform. Der Händler ist nicht verpflichtet, den Pullover zurückzunehmen, weil er nicht gefällt. Auch muss er kein Geld zurückzahlen, wenn er den fehlerhaften Pulli gegen einen intakten Pullover dergleichen Form und Farbe ersetzen kann.

Wie lange gilt das?

Wenn innerhalb der ersten sechs Monate ein Sachmangel festgestellt wird, geht die Rechtsprechung davon aus, dass dieser schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorhanden war. Ein Beispiel: Eine Kaffeemaschine, die in den ersten sechs Monaten einen Defekt aufzeigt, wird diesen wahrscheinlich schon bei der Auslieferung gehabt haben. Daher hat der Käufer einen Anspruch darauf, dass die Ware repariert – und wenn dies nicht möglich ist – ersetzt wird. Tritt der Mangel sechs Monate nach dem Kauf auf, dann muss der Käufer beweisen, dass dieser Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorhanden war. „Und das ist in den meisten Fällen sehr schwer“, sagt Mona Semmler, Referentin für Verbraucherfragen bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen (VZN).

Fazit:

Beim stationären Handel hat der Kunde kein Recht auf einen Umtausch. Aber: Wenn ein Mangel vorliegt und dieser zeitnah nach dem Kauf angezeigt wird, muss der Händler diesen beheben. Zur Geldauszahlung oder Rückerstattung ist er nicht verpflichtet.

Was tun?

„Am besten sollte man sich schon vor dem Kauf über eine Umtauschmöglichkeit informieren“, sagt Mona Semmler, Referentin für Verbraucherfragen bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen (VZN). Vor allen Dingen sollte man sich ein solches „Umtauschrecht“ auch schriftlich vom Händler zusichern lassen. Wenn man zudem schon beim Kauf eine Ahnung davon habe, dass das Geschenk vielleicht doch nicht gefallen könnte, dann sollte man unbedingt alle Etiketten dran lassen. „Auch wenn ein Preis draufsteht“, sagt Semmler. In der Regel sei es zwar kein Problem, ein Etikett wieder an die Ware zu bringen. Wenn man es aber dran ließe, könne man viele Diskussionen schon im Vorfeld ausschließen. Denn: Ein Umtauschrecht gibt es nicht.

Onlinekauf

Beim Kauf im Internet sieht die Rechtslage anders aus. Hier hat der Kunde nicht die Möglichkeit, die Ware vorab zu sehen und zu befühlen. Er kann die Qualität nicht selbst in Augenschein nehmen, sondern ist allein auf Fotos angewiesen. Aus diesem Grund gibt es bei Onlinekäufen ein grundsätzliches Widerspruchsrecht von 14 Tagen. In der Zeit hat der Kunde die Möglichkeit, die gekaufte Ware zu prüfen. Gefällt sie nicht, kann er sie ohne Angaben von Gründen zurückschicken. Aber Achtung: Auch hier gibt es Ausnahmen.

Ausnahmen beim Onlinekauf

Waren wie Kosmetika, Unterwäsche oder CDs und DVDs sind vom Umtausch ausgeschlossen. Bei Unterwäsche und Kosmetika sind es hygienische Gründe; bei DVDs und CDs will man ausschließen, dass diese auf den heimischen PC kopiert und dann zurückgegeben werden. Auch Dinge, die versiegelt sind, kann man nicht zurückschicken.

Wie Widerspruch einlegen?

„Früher hat es gereicht, einfach das Paket zurückzuschicken“, erklärt Semmler. Heute rät die Fachfrau der VZN zu einem etwas umfangreicheren Vorgehen. Man sollte nicht nur die Etiketten an der Ware belassen und die Rechnung aufbewahren. „Wenn die Etiketten fehlen, könnte man ein Kleidungsstück ja beispielsweise getragen haben“, sagt die Juristin. Man sollte auch den Widerspruch unbedingt schriftlich und per Einschreiben an das jeweilige Unternehmen schicken. Den Brief solle man nicht in das Paket legen, das zurückgeschickt wird. „Falls das Paket auf dem Weg zurück verloren geht, hat man keinen Nachweis mehr“, betont Semmler.

Widerspruch per Email

Man könne einen Widerspruch auch per Email verschicken. Aber man solle unbedingt darauf achten, dass man eine Eingangsbestätigung zugeschickt bekommt. Ansonsten könnte es sein, dass dieser nicht angenommen wird.

Wie zurückschicken?

Die Ware wurde Weihnachten ausgepackt und der Karton entsorgt? Normalerweise ist das kein Problem. „Man kann die Ware auch in jedem anderen Karton zurückschicken“, sagt Semmler. Einzige Ausnahme: Wenn die Ware mit der Verpackung eine Einheit darstellt, dann muss der Karton unbeschädigt bleiben. „Das ist besonders bei hochpreisigen Gegenständen der Fall“, betont die Juristin. Kurz gesagt: Je edler das Geschenk, desto wertiger die Verpackung, desto eher werden Ware und Verpackung als Einheit gesehen und dementsprechend sollte man sie nicht entsorgen.

Wann zurückschicken?

Beim Zurückschicken von Online gekauften Waren gilt es auch Fristen zu beachten. Innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung muss die Ware wieder zurück an den Händler gehen. Nach Zustellung heißt in diesem Fall: Von dem Zeitpunkt an, an dem ich das Paket in Händen halte. Das gilt auch für den Fall, dass ein Paket nicht zugestellt werden konnte und man es erst einen oder zwei Tage später von dem Ort abholt, an dem das Paket auf einen wartet. Erst dann, wenn man die Ware in Händen hält, läuft die Zeit. Doch mit dem Anprobieren und Zurückschicken sollte man keinesfalls trödeln. Das Argument „meine Dorfpost hatte zwischen den Jahren geschlossen“ gilt in diesem Fall nicht. „Am besten, man reagiert sofort, um keine Fristen verstreichen zu la

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