Lautes Spielzeug schädigt Kinderohren.

Lautes Spielzeug schädigt Kinderohren

Kinder mögen es laut. Doch nicht jedes Spielzeug, das selbst lärmend ist, gehört in Kinderhände. Lautes Spielzeug schädigt Kinderohren. Manche Computerspiele, Trompeten oder auch Rasseln und Spieluhren erreichen bis zu 100 Dezibel, wenn sie direkt an die Ohren gehalten werden. Das ist so laut wie bei einem Diskobesuch oder wenn ein Martinshorn in zehn Metern Entfernung aufheult. Gerade kleine Kinder sollten davor geschützt werden. Sie nehmen Dinge gern in die Hand und halten sie sich an die Ohren. Spielzeug, auf denen steht, „von den Ohren fernhalten“, sollte man auf alle Fälle nicht kaufen. Kein Kind wird sich an die Regel halten. Sicher ist: Lärm und lautes Spielzeug schädigen Kinderohren.

CE-Zeichen

Die Verbraucherzentralen warnen: Gesetzliche Regelungen sind nicht so streng wie man es erwarten könnte. „Es handelt sich eher um Mindestanforderungen“, betonen sie. Auch das CE-Zeichen garantiert noch keine Sicherheit, da es kein Prüfzeichen ist. Es sollte aber auf dem Spielzeug vorhanden sein. Das CE-Zeichen bestätigt lediglich, dass der entsprechende Gegenstand den geltenden EU-Ansprüchen im Allgemeinen genügt. Grenzwerte für geräuscherzeugendes Spielzeug ist nicht hinterlegt – weder beim CE-, noch beim GS-Zeichen.

GS-Zeichen

Das GS-Zeichen hingegen garantiert, dass es den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes genügt. GS steht für Geprüfte Sicherheit. Das Siegel gibt es seit 1977. Unternehmen bekommen es nur für die Produkte, die eine zugelassene Prüfstelle untersucht hat. Möchte man das GS-Siegel über einen längeren Zeitraum verwenden, wird der Betrieb kontrolliert und überprüft, ob das Produkt noch dem gemeldeten Baumuster entspricht.

Gesunder Menschenverstand

Neben Prüfsiegeln hilft es auch, das Spielzeug selbst kritisch zu betrachten und seine eigenen Sinne einzuschalten. Riecht es seltsam? Wie fühlt es sich an? Wenn ich es direkt neben das Ohr halte, ist es mir dann zu laut? Lärm ist auch Erwachsenen unangenehm. Können kleinere Teile einfach abgebrochen und dann verschluckt werden? Sind Augen von Plüschtieren fest angenäht oder aufgeklebt? Oder färbt das Spielzeug gar beim Reiben ab? Dann lieber die Finger davonlassen. Sehr günstiges Spielzeug wird zudem häufiger aus ungeprüften und schadstoffbelasteten Materialien hergestellt. Ein Prüfsiegel fehlt in einem solchen Fall oft.

Second Hand-Spielzeug

Spielzeug, das man Second Hand kauft, muss nicht unbedingt schlecht sein. Doch auch hier gilt es zu beachten: Können Plüschtiere in die Waschmaschine gesteckt werden? Ist das Spielzeug vollständig oder gibt es Bruchkanten oder ähnliches? Hochwertiges Spielzeug kann durchaus durch mehrere Kinderhände gehen. Zudem schonen sie die Umwelt und den Geldbeutel. Bei Puppen oder Plastikspielzeug sollte man aber darauf achten, ob sie weich sind. Sie könnten dementsprechend Weichmacher wie Phthalat enthalten.

Erlebnisse verschenken

Statt Spielzeug könnte man auch Erlebnisse verschenken. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Kino- oder Zoobesuch? Gemeinsam etwas zu backen oder zu kochen, kann ebenfalls zu einem Erlebnis werden. Gerade Kinder, deren Eltern berufstätig sind und unter der Woche nicht viel Zeit für sie haben, genießen oft das gemeinsame Erlebnis.

Auf Lärmpegel achten

Wenn es doch Spielzeug sein soll, dann sollten Eltern auf den Lärmpegel achten. Frühkindliche Gehörschäden können den Spracherwerb verzögern und damit die gesamte Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Kinder können sich oftmals nicht allein Lärm entziehen oder sich dazu mitteilen. Bei Schulkindern führt ein geringeres Gehör zu Leistungseinbrüchen oder auch Konzentrationsschwierigkeiten.

Hörtest

Fragen zum Lärmschutz beantworten gern die Akustiker des Verbandes Pro Akustik. Sie bieten auch Hörtests für Kinder an. Zu finden sind die Pro Akustiker deutschlandweit. Ihren Akustiker vor Ort finden Sie unter 

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