Tauchen

Tauchen – aber nur, wenn das Trommelfell mitmacht

Träumen Sie auch schon vom Sommerurlaub? Da sind Sie nicht allein: Wenn es draußen noch kalt ist, die Heizungen auf Hochtouren laufen und es draußen weitgehend unwirtlich ist, buchen viele Deutsche ihren Sommerurlaub. Wer sich sportlich in den Ferien betätigen will, kann schon jetzt einige Vorsorge treffen – beispielsweise einen Termin zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung vereinbaren. Dabei werden besonders auch die Ohren untersucht. Denn: Wer unter Wasser keine böse Überraschung erleben möchte, der sollte vorsorgen.

Ferien jetzt planen

Laut einer Marktforschungsstudie planen Deutsche mindestens vier Monate im Voraus ihre Ferien. Sinnvoll ist es allemal – gerade für diejenigen, die in den Ferien beispielsweise Tauchen gehen wollen. Sie müssen vor Urlaubsantritt zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung – und da werden besonders auch die Ohren gecheckt.

Körper muss dem Druck Stand halten

Tauchen ist nicht ungefährlich. Je tiefer sich ein Sportler in die Unterwasserwelt begibt, desto größeren Anstrengungen ist sein Körper ausgesetzt. Der Wasserdruck, der auf dem Körper lastet, steigt mit zunehmender Tiefe. Während der Luftdruck mit zunehmender exponentiell Höhe abnimmt, steigt der Wasserdruck linear.

Kraftakt für die Ohren

Taucher lernen als Faustregel, dass pro zehn Meter der Wasserdruck um ein Bar zunimmt, aber der Atmosphärendruck an der Wasseroberfläche mit einem Bar hinzugerechnet werden muss. Im Endeffekt heißt das, dass der Wasserdruck in 20 Metern Tiefe 2 Bar beträgt, ein Bar Atmosphärendruck hinzukommt, der Gesamtdruck also bei 3 Bar liegt. Das allein ist schon ein Kraftakt für den Körper, besonders aber auch für die Ohren.

Bewegliche Trommelfelle

Beim Flugzeugstart oder bei der Bahnfahrt durch einen Tunnel nehmen wir es besonders wahr, wenn die Ohren Druck ausgesetzt werden. Doch was passiert da eigentlich? Im Gehörgang sitzt das Trommelfell. Es ist unter anderem dafür zuständig, dass Schallwellen in einen mechanischen Impuls umgewandelt werden. Daher ist es nicht starr, sondern schwingt. Wenn es geschädigt ist, kann das Gehör merklich beeinträchtigt werden.

Schwankungen und Spannungen

Da das Trommelfell flexibel ist, reagiert es auch auf Druckschwankungen. Ein Beispiel: Wenn man einen Berg hinaufsteigt, ändert sich der Luftdruck. Außerhalb des Ohrs herrscht ein anderer Druck als innerhalb. Das Trommelfell reagiert und gerät unter Spannung. Da die Ohren über die Ohrtrompete mit dem Nasen- und Rachenraum verbunden sind, kann man den Druck beispielsweise darüber ausgleichen.

Kaugummi kann helfen

Manchmal hilft es einen Kaugummi zu kauen oder ein Gummibärchen zu essen. Bei Flugreisen kann auch Gehörschutz helfen, den Druck aufs Trommelfell zu mindern. Taucher müssen ohne diese Hilfsmittel zurechtkommen. Sie können nicht unter Wasser Kaugummi kauen oder Gummibärchen essen. Aus diesem Grund ist die Untersuchung der Ohren und der Nebenhöhlen bei einem ärztlichen Tauchtauglichkeitstest obligatorisch.

Was Tauchschulen verlangen

Viele Tauchschulen und Verbände verlangen von ihren Schülern vor dem Beginn eines Kursus eine tauchärztliche Untersuchung. Auch erfahrene Taucher müssen an den meisten Tauchbasen weltweit ein solches Attest vorlegen, bevor sie ins Wasser absteigen dürfen. Verzichtet eine Tauchbasis auf eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung, lässt sie sich meist vom Taucher selbst eine Erklärung unterschreiben, wonach er seine Gesundheit bestätigt. Damit geht aber auch das Risiko auf den Taucher über. Falls ihm etwas zustoßen sollte, ist er selbst für alles haftbar, das heißt er muss auch eventuell anfallende Krankenhaus- und Bergungskosten selbst tragen. Im Falle eines Unfalls zahlen auch Lebensversicherungen dann in der Regel nicht.

Wer stellt was aus?

Im Prinzip kann in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeder Hausarzt die Tauchtauglichkeit bescheinigen. Als Tauchmediziner dürfen sich Ärzte bezeichnen, die eine Aus- und Weiterbildung bei der Gesellschaft für Tauch- und Unterdruckmedizin absolviert haben. Tauchern wird empfohlen, alle zwei bis drei Jahre die Tauchtauglichkeitsuntersuchung zu wiederholen; Menschen, die älter als 40 und jünger als 18 Jahre sind, sollten sie jährlich machen.