Wie viel Schall der Schutz wirklich schluckt

Die Welt um uns herum ist leiser geworden. Doch das gilt nicht nur für fremd-verursachte Geräusche wie die von fahrenden Autos. Weil wir Masken tragen, ist auch die Lautstärke unserer Sprache geringer geworden. Auf diese Probleme hatten wir bereits in unserem Blog hingewiesen. Nun gibt es auch einen wissenschaftlichen Nachweis: Pro Akustik-Mitglied Torsten Saile und seine Auszubildende Janina Gregori sind dem Phänomen nachgegangen und haben gemessen, wie viel Schall der Schutz schluckt.

Die Idee

Wie sie auf die Idee gekommen sind? „Durch die Masken kommt es im Alltag zu Einschränkungen in der Kommunikation. Nicht nur das fehlende Mundbild stellt eine Herausforderung für Normalhörende, Hörbeeinträchtigte und Gehörlose dar, sondern es entsteht auch eine erhebliche Dämmwirkung sprachrelevanter Frequenzen“, erklärt Höringenieur Saile: „Wir haben uns gefragt: Wie sind die Nebenwirkungen bei Normalhörenden? Wie bei Schwerhörigen oder gar Gehörlosen?“

Der Versuchsaufbau

Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, haben Saile und Gregori mit InSitu-Sonden den Schall im Abstand von einem Meter in Kopfhöhe gemessen – einmal mit OP-Masken, mit einer FFP3-Maske und einem Visier. Als Messsignal diente ein sprachähnliches Signal bei 65 Dezibel, was der normalen Gesprächslautstärke entspricht. Den Lautsprecher, aus dem das Signal gesendet wurde, haben die beiden mit jeweils einem Mundschutz versehen. Die Lautsprecheroberfläche, die nicht bedeckt war, wurde abgeklebt.

Das Ergebnis

Das Ergebnis: Die OP-Maske lässt noch am meisten Schall entweichen. Sie verringert die Lautstärke um etwa fünf Dezibel. Eine ähnliche Dämmwirkung hat die OP-Maske, wenn sie zusätzlich mit einem Visier getragen wird: Etwa sechs bis acht Dezibel leiser ist dann die Sprache. Am meisten Schall schluckt die FFP3-Maske. Wird sie zusätzlich mit einem Visier getragen, verringert sich die Lautstärke der Sprache um zehn Dezibel.

Kommunikation mit Mundschutz

„Diese Messungen veranschaulichen sehr gut, welche Probleme schon bei normalhörenden Menschen in einer Unterhaltung mit dem jeweiligen Mundschutz auftreten können“, erklärt Saile: „Noch viel drastischer ist es für Schwerhörige, da sich deren individueller Hörverlust um diese gemessenen Differenzen erhöhen wird.“

In dem Video erklärt Torsten Saile die Messwerte.

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