Freizeit im Freien mit Hörgerät – das sollten Sie beachten

Sommer, Sonne, ab nach draußen und dem Corona-Virus ein Schnippchen schlagen. Doch was sollten Hörgeräte-Träger bei Freizeitaktivitäten im Freien beachten? Hier ein paar Tipps, damit Sport und Spaß nicht zu einem Schaden oder gar Verlust der Hörgeräte führen. 

Sicherer im Freien

Endlich wieder ins Freie. Nach Wochen der Einschränkung genießen viele Menschen jetzt das schöne Wetter. Dass sie damit die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen, bestätigt eine Studie aus dem April. Sie besagt, dass es 19-mal wahrscheinlicher ist, sich in geschlossenen Räumen als draußen im Freien mit dem Virus zu infizieren.

Den Sommereffekt nutzen

Auch Prof. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, rät: Jetzt den Sommereffekt nutzen. Also: ab nach draußen und die frische Luft genießen. Dem spielt ein weiterer Trend in die Karten: Camping wird immer beliebter.

Volle Campingplätze

Der NDR vermeldete nach dem vergangenen Pfingstwochenende, dass die Campingplätze in Schleswig-Holstein bereits ausgebucht seien und zitiert den Landesvorsitzenden des Verbandes für Camping- und Wohnmobiltourismus, Gert Petzold, mit den Worten: „Es ist so heftig wie selten. Wir haben eine extrem gute Buchungslage.“

Camping ist „in“

Der ADAC stellte schon im Sommer 2018 fest: Noch nie war Camping so beliebt wie heute. Schon damals schätzte man die Zahl der deutschen Camper auf 5 Millionen, die Camping- und Stellplätze meldeten steigende Übernachtungszahlen. Der Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) sagte: „Flexibel, selbstbestimmt und individuell zu reisen, trifft den Nerv der Zeit und liegt voll im Trend.“

Zulassungszahlen steigen

Durch die Corona-Pandemie wird dieser Trend zusätzlich bestärkt. Bis 2020 stiegen die Zulassungszahlen für Caravans und Wohnmobile stetig. In der Saison 2019 wurden 25.350 Caravans und 49.667 Reisemobile zugelassen. Laut Gesellschaft für Konsumforschung von 2019 können sich besonders die Millenials, die heute zwischen 18 und 23 Jahren alt sind, einen Campingurlaub vorstellen. 5,3 Millionen Menschen, so rechnete damals die GfK, könnten sich fürs Campen begeistern.

Robuste Hörgeräte

Hörgeräte-Träger müssen jetzt keine Scheu haben, Campen zu gehen oder sportliche Aktivitäten nach draußen zu verlagern. Inzwischen gibt es so viele Hörgeräte, die nicht nur robust, staub- und wasserresistent sind, sondern auch dank Otoplastiken fest im und am Ohr sitzen. Dass diese High-Tech-Geräte beim Sport aus dem Ohr fallen könnten, ist eher unwahrscheinlich. Auch Wind- oder Regengeräusche können dank modernster Technik und Anpass-Software ausgeblendet werden.

Tipps für Hörgeräte-Träger

Auf ein paar Eckpunkte sollten Hörgeräte-Träger allerdings achten:

  • Die Zertifizierung: Die Hörgeräte sollten wasser- und staubabweisend sein. Eine IP-Zertifizierung belegt dies. Sie ist eine europäisch anerkannte Norm. IP ist die Abkürzung für „International Protection“. Wenn die Hörgeräte eine IP von 68 aufweisen, sind sie sowohl staub- als auch wasserdicht. Die 6 steht dabei für staubdicht, die 8 für Schutz gegen dauerndes Untertauchen. Wenn das Gerät also eine IP68-Zertifizierung trägt, ist das Gehäuse zum einen staubdicht, zum anderen aber auch gegen eindringendes Wasser geschützt. Das sollte aber nicht missverstanden werden: Es handelt sich um ein zeitweises Eintauchen in Wasser bis zu einem Meter Tiefe und maximal für 60 Minuten. Gemeint ist keineswegs ein ausgiebiger Tauchgang! Wenn ein Gerät als zweite Ziffer eine 7 aufweist, ist es gegen zeitweises Untertauchen zertifiziert.
  • Automatische Betriebssysteme: Wer beim Sport die Hände frei haben möchte, der sollte auf ein automatisches Betriebssystem Wert legen. Das System reagiert in einem solchen Fall automatisch auf die jeweilige Umgebung und filtert beispielsweise Windgeräusche heraus. Damit hat man ein besseres Sprachverstehen, ohne an Knöpfen herumstellen zu müssen.
  • Energieversorgung: Wer viel Sport macht, sollte sich die Anschaffung eines Hörgerätes mit Akku-Lösung überlegen. Inzwischen haben einige Hersteller Hörgeräte mit Lithium-Ionen-Akkus im Programm und liefern das Ladegerät gleich mit. Ein weiterer Vorteil ist, dass einige der Geräte über Induktion geladen werden und das Gerät dadurch gleich getrocknet wird. Diese Mini-Charger sind klein und passen in einen Rucksack. Sie können zudem über eine Power-Bank wieder aufgeladen werden. Ein Batteriewechsel entfällt. Wer auf Batterien nicht verzichten möchte, der sollte zum einen genügend Batterien dabei haben, zum anderen daran denken, dass diese bei Kälte und Hitze eine geringere Leistungsdauer haben können.
  • Otoplastik: Für einen besseren Sitz im Ohr sorgt eine so genannte Otoplastik. Sie wird aus dem Abdruck des Gehörganges gefertigt und ist so individuell wie ihr Träger. Der Vorteil: Sie sitzt perfekt und das Hörgerät, das mit der Otoplastik verbunden ist, erlangt dadurch auch eine größere Sicherheit am Ohr. Die Verlustrate wird minimiert.
  • Anpassung: Die Hörakustiker der Pro Akustik sind Experten, wenn es um die Beratung und Anpassung von Hörgeräten geht. Wenn Sie Fragen bezüglich Aktivitäten im Freien, Aufladung der Hörgeräte oder Otoplastiken haben, können Sie sich deutschlandweit an sie wenden. Sie helfen Ihnen gerne weiter.