So kommen Sie gut ins neue Jahr

Silvester wird naturgemäß geböllert. Auch wenn es in diesem Jahr leiser zugehen sollte – ein Schutz für die Ohren lohnt sich immer.

Ruhig und leise, besinnlich und mit ein wenig Sternenglanz – so sollen wir an diesem Silvester ins neue Jahr kommen. Die große Knallerei soll es eigentlich nicht geben. Und wenn doch? Schließlich gehört für viele Menschen das Böllern zum Jahreswechsel dazu wie Berliner Pfannkuchen und Prosecco. Wie Sie unter Garantie einen ruhigen Jahreswechsel erleben und etwas für Ihre Gesundheit tun können, verrät Hörakustik-Meisterin Britta Hesselbach-Komander. Sie ist Mitglied im Qualitätsverband Pro Akustik.

Knalltrauma an Silvester?

Dass es auf einem Schießstand laut zugeht, liegt in der Natur der Sache. Niemand käme auf die Idee, dort ohne Gehörschutz herumzulaufen. „Auf einem Schießstand ist es sogar vorgeschrieben, einen Gehörschutz zu tragen. In der Silvesternacht darf hingegen jeder böllern wie er will – sehr zum Schaden seiner Ohren“, betont die Hörakustik-Meisterin. Die Folgen sind erheblich: Laut Statista erleiden jährlich etwa 30.000 Menschen in Deutschland zum Jahreswechsel ein so genanntes Knalltrauma. Oftmals unterschätzen sie die Lautstärke ihres Silvestergrußes.

Unterschätzte Lautstärke 

„Oft unterschätzen Menschen, wie laut ein Böller sein kann“, sagt die Akustikerin, die in Schwerte, Iserlohn, Hemer, Fröndenberg und Unna als „Ohr-Versteherin“ Kunden betreut. Lautstärken zwischen 130 und 180 Dezibel seien bei Knallern keine Seltenheit. Diese Lautstärke sei vergleichbar mit einem Presslufthammer oder einem startenden Düsenjet. Normalerweise fühlen Menschen sich ab einer Stärke von 95 Dezibel unwohl. Das entspricht in etwa einer Motorsäge im Einsatz. Die Schmerzgrenze liegt bei 120 Dezibel. Dass die Böller im Laufe der Zeit immer mehr zur Gefahr wurden, liegt auch daran, dass sie mehr Sprengsatz in sich tragen. Lag die Grenze bis 2010 bei 200 Gramm Sprengstoff, sind jetzt bis zu 500 Gramm erlaubt. Durch die Harmonisierung der EU-Gesetzgebung wurde das möglich.

Individueller Gehörschutz hilft zuverlässig

„Das Problem ist, dass der Lärm impulsartig wie ein Schuss ist“ erklärt die Hörakustikmeisterin: „Ein Knall reicht aus, um das Gehör dauerhaft zu schädigen.“ Aus diesem Grund sollten Feiernde an Silvester unbedingt seine Ohren schützen. Gehörstöpsel helfen. „Aber ein individuell angepasster Gehörschutz ist eindeutig besser“, betont Britta Hesselbach-Komander. Um ihn herzustellen, nehmen Hörakustiker eine Abformung vom Gehörgang, Der Vorteil: ein individuell gefertigter Gehörschutz schirmt das Gehör nicht nur am wirkungsvollsten ab, er kann auch immer wieder verwendet werden – wie beispielsweise bei Rockkonzerten oder bei langen Flugreisen. So schützt dieser Gehörschutz das sensible Innenohr und erhält damit den gesamten Hörsinn. Zu bedenken ist auch, dass ein individuell gefertigter Gehörschutz nicht von heute auf morgen fertig ist. Es kann ein bis zwei Wochen dauern, bis der Gehörschutz fertig ist.

Kinder schützen

Während Erwachsene für sich selbst sorgen können, sollte man jüngere Menschen besonders schützen: „Kinder und Jugendliche können die Gefahr des lauten Knalls nicht einschätzen. Gerade ihr Gehör ist besonders empfindlich“, sagt Britta Hesselbach-Komander. Eigens für Kinder gibt es so genannte Micky-Mäuse, die wie Kopfhörer aufgesetzt werden. Sie schirmen die Kleinsten vom größten Knall ab.

Foto: Free Photos/Pixabay

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