Warum hohe Töne als Erstes verloren gehen

Ein Hörverlust ist schleichend. Wem fällt schon auf Anhieb auf, dass man das Vogelgezwitscher nicht mehr hört? Vogelgezwitscher ist zwar schön, aber man benötigt es nicht zum Leben. Wer nicht aktiv darauf achtet, bemerkt es kaum. Dabei kann gerade das Nicht-Wahrnehmen dieser hohen Töne ein Zeichen auf beginnende Schwerhörigkeit sein.

Hohe Töne gehen verloren

Wenn ein Hörverlust beginnt, sind es die hohen Töne, die nicht mehr wahrgenommen werden. Die Ursachen können vielfältig sein: Es können die Spätfolgen von übermäßigem Lärm in der Vergangenheit sein, zahlreiche Mittelohrentzündungen oder auch allmähliche Alterungserscheinungen kommen in Betracht.

Wo die Haarsinneszellen am meisten beansprucht werden

Vielleicht ist das Trommelfell nicht mehr so elastisch, so dass Schallwellen es richtig zum Schwingen bringen können. Vielleicht sind aber auch die inneren Haarsinneszellen im Inneren der Hörschnecke (Cochlea) zerstört, so dass sie den mechanischen nicht mehr in einen neurologischen Reiz umwandeln können. „Zudem befinden sich die Haarsinneszellen für die hohen Töne gleich am Anfang der Hörschnecke“, erklärt Hörakustik-Meister Robert Schmitz, der dem Verband Pro Akustik angehört. Jeder Ton müsse an ihnen vorbei. Dementsprechend werde diese Zellen am meisten beansprucht. „Das ist wie mit einem Teppich, der am Eingang liegt und über den jeder geht“, sagt Schmitz: „Der ist am ehesten abgenutzt.“

Regelmäßiger Hörtest sinnvoll

Aber es können auch weniger dramatische Gründe wie beispielsweise Schmutz oder übermäßig viel Ohrenschmalz sein, der vor dem Trommelfell verklumpt ist und den Gehörgang verstopft. Regelmäßige Hörtests geben Sicherheit, wie es um die persönliche Hörgesundheit steht. Ihr Pro Akustiker berät Sie gerne und führt kostenlos einer dieser Tests durch.

„Hören ist nicht verstehen“

Hals-Nasen-Ohrenärzte wie auch Akustiker fordern seit langem, bereits in einem Alter ab 40 Jahren regelmäßig einen Hörtest zu machen. „Denn Hören und Verstehen ist nicht gleichzusetzen“, sagt der Hörakustik-Meister. Viele Betroffene hörten zwar noch, dass etwas Gesagt werde. „Aber bei den meisten verschwimmt die Sprache“, erklärt er. Das liege vor allem auch daran, dass die Konsonanten der Worte im Hochtonbereich lägen, die Vokale dagegen in den tieferen Lagen.

Missverständnisse sind die Folge

Problematisch werde es bei Gesprächen in größeren Gesellschaften oder bei starker Hintergrundkulisse wie etwa im Restaurant. „Dann haben sie umso mehr Probleme, Gesagtes zu verstehen“, weiß der Pro-Akustiker. Hinzu komme, dass anfangs besonders die hohen Frequenzen verloren gehen. Besonders Worte mit den Konsonanten f, s, p, t werden nicht mehr gut wahrgenommen. Es kommt zu Missverständnissen. Gespräche werden zunehmend als anstrengend empfunden. Vogelgezwitscher nicht mehr gehört.

Das Gehirn verlernt Geräusche

Nach sieben Jahren verlernt unser Gehirn das Hören bestimmter Klänge – sei es das Blätterrauschen oder das Vogelgezwitscher. Ein Hörtest ist meist kostenlos, tut nicht weh und dient der Prophylaxe. Sprechen Sie Ihren Pro Akustiker gerne an.

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