Pädakustiker – Spezialisten für Kinderohren

Besondere Fähigkeiten sind gefragt, wenn Kinder schlecht hören. Ein Pädakustiker kann helfen. Sie kümmern sich um die Hörgeräteversorgung bei Kindern. Die Pädakustik ist ein Teilbereich der Hörgeräteakustik. Wer sich zusätzlich zum Pädakustiker ausbilden lassen möchte, der muss mindestens drei Jahre Berufserfahrung als Hörgeräteakustiker nachweisen können oder ein Meister der Hörgeräteakustik sein. Einer von ihnen ist Robert Schmitz. Er ist Mitglied im Verband Pro Akustik und hat an der Akademie für Hörakustik in Lübeck  eine Zusatzausbildung gemacht und hat in Koblenz für seine kleinen Patienten das Kinderhörzentrum „Schängel hört“ eingerichtet.

Zusatzausbildung mit Medizin und Pädagogik

In der Zusatzausbildung, die unter anderem die zentrale Akademie für Hörakustik in Lübeck anbietet, werden Kenntnisse aus den verschiedenen Fachbereichen vermittelt. Dazu gehören auch Pädagogik und Medizin. Zudem gibt es einen praktischen Teil, bei dem auch Hörmessungen bei Kindern gemacht werden. Denn: Kleine Patienten müssen oft auch anders angesprochen werden als große.

Kindgerechtes Arbeitsmaterial

Pädakustiker benötigen ein besonderes Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern – schließlich sind seine kleinsten Patienten erst einen Monat alt, die ältesten 17 Jahre. In dieser Zeit verändern sich nicht nur die Kinder, sondern eben auch die Ohren und ihr Gehör. Meist begleiten Pädakustiker ihre kleinen Patienten bis ins Erwachsenenalter. Um Mädchen und Jungen optimal versorgen zu können, halten die Pädakustiker auch kindgerechtes Arbeitsmaterial vor. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das „Kinderhörzentrum Schängel“ des Hörstudio S in Koblenz, das wie eine Klinik ausgestattet ist.

Geduld ist gefragt

Daneben benötigt der Pädakustiker auch eine gehörige Portion Geduld und Einfühlungsvermögen, schließlich ist das Ohr eines der empfindlichsten Sinnesorgane des Menschen. Da der Pädakustiker auch individuelle Otoplastiken anfertigt, die im Ohr getragen werden, ist besondere Sensibilität gefragt. Für eine solche Otoplastik wird ein Abdruck des Gehörganges gemacht. Das dauert nicht nur etwa 15 Minuten, in denen das Kind stillsitzen muss. Es ist auch eine besondere Vertrauensfrage, sich von einem weitgehend fremden Menschen eine Masse in den Gehörgang spritzen zu lassen. Das tut zwar nicht weh, ist aber ungewohnt. Hier sind Erfahrung und Einfühlungsvermögen gefragt.

Schutz beim Spiel

„Otoplastiken sind bei der Versorgung obligatorisch“, sagt Robert Schmitz. Zum einen sorge sie für einen besseren Halt im Ohr, zum anderen sei mit einer Otoplastik gewährleistet, dass es keinen Leistungsverlust gibt und der gesamte Schall am Trommelfell ankommt. Diese Otoplastiken sind zudem aus einem weichen Material. „Falls beim Spielen ein Ball aufs Ohr trifft, geht das Hörgerät nicht gleich kaputt“, erklärt der Hörakustikmeister.

Spielerische Tests

Spielerisch geht es auch im Hörzentrum für Kinder zu. Denn: Es ist auch nicht ganz einfach, bei einem Kind einen Hörverlust feststellen zu können. Viele der Kinder haben aufgrund fehlender Erfahrungswerte kein Vergleichsmoment zu einem gesunden Gehör. Der Pädakustiker geht daher spielerisch vor, um herauszubekommen, wie groß der Hörverlust wirklich ist. Sie nutzen dazu die so genannte Spielaudiometrie. Dabei muss das Kind beispielsweise einem Teddybären auf den Bauch drücken. Hört es den Ton, den der Bär von sich gibt, drückt es anschließend das Symbol mit dem fröhlichen Bären, hört es ihn nicht, den traurigen Bären.

Hörtest mit Duplo-Steinen

Robert Schmitz nutzt Duplo-Steine, um herauszubekommen, was die kleinen Patienten hören und was nicht. Das Kind hält sich dazu einen Duplostein ans Ohr. Wenn es den Ton hört, dann kommt der Stein auf die Legoplatte. „Am besten ist es, wenn man diese Tests zu zweit macht: einer beschäftigt sich nur mit dem Kind, ein anderer bedient die Messtechnik“, sagt Schmitz.

Zusammenarbeit mit Logopäden

Da Hören auch immer mit Verstehen und Sprachentwicklung zu tun hat, arbeiten viele Pädakustiker auch mit Logopäden eng zusammen. „Gerade bei einer Hochtonschwerhörigkeit, können die Kinder ein „S“ oft nur sehr schwer aussprechen“, berichtet der Hörakustiker: „Eine logopädische Begleitung ist in einem solchen Fall unbedingt notwendig.“

Gut hören, Sprache verstehen

Gut zu hören ist auch Grundlage dafür, das gesprochene Wort einschätzen zu können – gerade in der Sprache kommt es auch auf die Sprachmelodie an: Wird die Tonlage am Ende des Satzes höher, ist es eine Frage. Derselbe Satz anders betont, kann auch eine Aussage sein. Ironie versteht nur, wer die feinen Nuancen der Stimme hören und bewerten kann.

Fachleute für Sprache

Rund 10.000 Logopäden gibt es bundesweit; demgegenüber stehen jedoch nur 1000 Pädakustiker, die eine Zusatzausbildung absolviert haben. Da die Bezeichnung Pädakustiker allerdings nicht geschützt ist, kann sich im Prinzip jeder Hörgeräteakustiker als Pädakustiker bezeichnen.

Die Spezialisten

Die Akustiker des Verbandes Pro Akustik sind darauf spezialisiert, sich um kleine Patienten genauso intensiv zu kümmern wie um große. Ihre Maxime ist eine individuelle Anpassung. Da das Gehör so einzigartig wie ein Fingerabdruck ist, nehmen sie sich die Zeit, gemeinsam mit ihren Patienten nach einer optimalen Lösung zu suchen. Sie haben selbstverständlich die Zusatzausbildung. Sie finden Sie unter Pro Akustik im Internet.

Checkliste

Hier eine Checkliste, die Ihnen weiterhelfen kann, einen geeigneten Pädakustiker zu finden:

  • Fragen Sie, ob eine Zusatzausbildung in Pädakustik absolviert wurde. Wenn diese abgeschlossen wurde, gibt es darüber selbstverständlich eine Bestätigung.
  • Schauen Sie sich die Geräte an: Gibt es Geräte, die speziell für Kinder ausgelegt sind?
  • Lassen Sie sich erklären, wie ein Hörtest für Kinder abläuft.
  • Fragen Sie, ob es eine Zusammenarbeit mit einem Logopäden gibt.
  • Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl. Nehmen Sie das Kind zum ersten Besuch mit. Kommt es mit dem Pädakustiker klar? Wie sympathisch sind beide sich?
  • Fragen Sie nach dem Besuch ihr Kind (so es alt genug ist) wie sein Eindruck war. Kinder antworten meist sehr ehrlich, ob sie jemanden mögen oder nicht.
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