CI-Innovation: Wenn Implantat und Hörgerät zusammenarbeiten

Wenn Hörsysteme an ihre Grenzen kommen, hilft oft nur noch eins: ein Cochlea Implantat. Seit mehr als 30 Jahren stellt die in Österreich ansässige Firma MED-EL Hörsysteme solche Lösungen vor – so auch bei der EUHA.

Was ein Implantat kann

Wenn Haarzellen im Innenohr beschädigt sind, können Schallinformationen nicht mehr richtig verarbeitet und weitergeleitet werden. Ein Cochlea-Implantat umgeht diese Haarzellen und sendet Schallwellen in Form von elektrischen Impulsen direkt an das Gehirn. Dazu wird eine millimeterdünne Elektrode in die Hörschnecke eingeführt. Diese stimuliert dann einzelne Frequenzbereiche innerhalb der Hörschnecke.

Vermessung per CT

„Da die Hörschnecke bei jedem Menschen individuell groß ist, vermessen wir diese vor der Operation per Computer Tomographie“, erklärt Christian Hofereiter von MED-EL. So sei es möglich, passgenau zu arbeiten und möglichst schonend zu operieren. Zudem sei es mit diesem Verfahren möglich, Haarsinneszellen zu schonen und ein Restgehör zu erhalten. Das war lange Zeit nicht der Fall. Wer sich für ein Cochlea Implantat entschied, dem war klar, dass durch das Einführen der Elektrode auch die restlichen, noch funktionierenden Haarzellen zerstört wurden.

Hybrid-Version erfolgreich

„Inzwischen gibt es eine Hybrid-Version aus Hörgerät und Cochlea Implantat – also akustischer und elektronischer Stimulation“, erklärt Hofereiter. Bei einem Hochtonverlust kann das so genannte EAS-System helfen. Bei einem solchen partiellen Hörverlust arbeiten beide Technologien miteinander in einem Gerät. Für den betroffenen Patienten bedeutet das, dass er beispielsweise Sprache und Musik wieder besser verstehen kann.

Zwei Teile, ein Ziel

Das so genannte EAS-System besteht aus zwei Teilen: einem Audioprozessor mit Mikrofonen, die Geräusche rundherum aufnehmen, und einem Implantat, das diese Informationen aufnimmt, auswertet und verarbeitet an das Ohrpassstück im Ohr weiterleitet.

Außenprozessor nötig

„Noch ist es immer nötig einen Außenprozessor zu haben“, erklärt Hofereiter. Die Forschung geht aber noch einen Schritt weiter: „Alle forschen derzeit an einem kompletten Implantat, das den Außenprozessor ersetzt“, sagt der Experte. Doch bis Ergebnisse vorlägen, werde es noch einige Zeit dauern.

Die Gründerin

Die Gründerin des Unternehmens, Dr. Ingeborg Hochmair, forschte früh zu den ersten mikroelektronischen, mehrkanaligen Cochlea-Implantaten. Die promovierte Elektrotechnikerin veröffentlichte mehr als 100 Fachpublikationen und wurde für ihre Entwicklungen mehrfach ausgezeichnet und erhielt 2004 den Ehrendoktortitel der Fakultät für Medizin der TU München, 2010 von der Medizinischen Universität Innsbruck. Gemeinsam mit ihrem Mann Erwin Hochmair gründete sie MED-EL und stellt 1990 die ersten Mitarbeiter ein.

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